50x70 Acryl auf Leinwand
02/2011
Was ist Schönheit? Antike Venus - die Ideale unserer Zeit bis zur selbstzerstörerischen Anorexieikone oder die innere Schönheit – „sichtbar“ als Aura.
Der Zufall brachte mich mit Kammerschauspielerinn Maresa Hörbiger zusammen. Ich arbeite seit einiger Zeit mit und für Sie und durfte sie dabei auch recht gut kennen lernen. Nicht die berühmte „Burgschauspielerin“ und auch nicht „die Tochter von...“. Nein, Maresa Hörbiger, die Geschäftsfrau und Initiatorin, voller Energie und Ideen. Sie hat nach ihrer Karriere am Burgtheater noch einmal durchgestartet und sich mutig an völlig neue Projekte gewagt. Das Haus ihrer Eltern geöffnet und jungen Künstlern eine Plattform gegeben.
Damit hat sie neben ihrer Schauspielkarriere – in der sie sich zwangsweise immer wieder an ihren Eltern und ihren Schwestern messen lassen mußte – einen ganz eigenen Weg eingeschlagen und der Erfolg gibt ihr nicht nur Recht sondern macht ihre Karriere damit einzigartig. Für mich ist Maresa Hörbiger ein echtes Vorbild. Sie war mir in der Zeit um den Tod meiner Mutter aber auch eine wichtige Stütze und Freundin. Zudem hat sie mir schon mehrmals gezeigt, dass sie meine Arbeit schätzt und an mich glaubt, und mir so manches Projekt anvertraut, dass ich mir selbst nicht zugetraut hätte. Sie ist für mich auch soetwas wie eine Mentorin.
An einem Tag, als sie mich wieder ganz besonders beeindruckte, motivierte und inspierierte, hatte ich dieses Bild im Kopf, das ich später auch realisierte.
Im Zuge meiner Unternehmensgründung habe ich meine „Kollegin“ Sarah May Feliciano kennen gelernt.
Obwohl sie 11 Jahre jünger ist – oder vielleicht gerade deshalb – ist sie mir seitdem nicht nur eine gute Freundin sondern vor Allem immer wieder Motivation und Ansporn, mein „GründerInnen-Buddy“.
Irgendwann hatte ich Sie – die Modeunternehmerin und Eigentümerin des Labels „Panthera Fashion“ so im Kopf: in einer Abwandlung des Filmplakats zu „Cat People“.
Doch noch eine Knarre...
„Müllers Büro“ war einer der ersten „richtigen“ Filme, die ich im Kino gesehen habe und immer noch einer meiner Lieblingsfilme.
Ausserdem hat meine Cousine darin eine kleine Rolle gehabt und ist auch auf einem der berühmtesten „Shots“ aus dem Film verewigt.
Im Rahmen meiner „Shoot“-Serie war es daher nur all zu logisch diese Ikone zu interpretieren und damit eine neue Technik – im Stile der Plakatmaler – zu probieren.
„Es ist nicht alles Gold was glänzt“ heißt ein altes Sprichwort.
Umgelegt auf dieses Bild: alles was glänzt und glitzert ist nicht echt, ist vergänglich...Nun war es meine Absicht, dieses fast ausserirdisch schöne Foto von mir – aus besseren Zeiten (Jünger, schlanker, verliebt, von der Sonne verwöhnt...) im Inselparadies, in Farbe im Großformat umzusetzen.
Als „ich“ fertig war, war ich zwar mit der technischen Umsetzung zufrieden aber es fehlte mir etwas und ich wußte nicht so recht weiter... und auch meine Seele schweig. Und doch sandte mir „das Universum“ ein Zeichen – über Facebook! Gerade als ich so dasaß und über die weitere Gestaltung des Bildes sinnierte, chattete mich der Exfreund mich an. Er hatte das bearbeitete S/W Foto in meinem Album entdeckt und kommentierte dieses mit „war ich da nicht auch drauf?“
Wir chatteten dann die halbe Nacht über Gott und die Welt und ich freute mich über seinen „Anruf“. Als ich „auflegte“ wußte ich was auf dem Bild „fehlt“ und malte es noch in der selben Nacht fertig.
Es fehlt nicht er, nicht er selbst – das ist vorbei und er war es auch nicht – aber naturlich fehlt ER – die Idee von der großen Liebe, ein Mann, ein Partner, ein Freund an meiner Seite. Im Paradies gab es ihn...Last Shot. Versöhnung. Der Gesichtsausdruck ist entschlossen, hart, fokussiert. Die Waffe ein Colt, der sich dann doch nur als „Bubblegun“ herausstellt.
Seifenblasen sind schön, perfekt rund, schillern in den Farben der Regenbogen. Seifenblasen sind grausam, sie zerplatzen wie unerfüllte Wünsche, Träume...
Ich habe schon als Kind gerne mit Seifenblasen gespielt, Bubbleguns habe ich erst kürzlich entdeckt und meine eigene Sehnsucht damit befriedigt, ein solches meinem Neffen zu schenken (freilich in der pazifistischen Form einer Mickey Mouse!). Unser Spiel nütze ich gleichzeitig zum Studium der Seifenblasen und ihrer Erscheinungsform. Das breite Angebot an Spezialgels und Lacken kamen mir bei der Umsetzung sehr entgegen.Ich bin nicht allein. Auch andere hatten schon Krisen, Enttäuschungen, Kränkungen, Verletzungen und Zurückweisungen zu verarbeiten. Künstler haben dazu einen ganz besonderen (pazifistischen) kreativen Kanal.
Niki de Saint Phalle schoß (scharf) auf Leinwände mit eingearbeiteten Farbbeuteln und schuf damit ein Gemälde. Ihre Arbeit ist gut dokumentiert und ihre „Erklärung“ selbst ein Kunstwerk, welches ich nur all zu gern zitiere. Freilich nicht ohne der einen oder anderen Ergänzung, Modernisierung und Personalisiereung und mit einem Augenzwinkern.
Mein „Mann“ wurde nicht beschossen, die „Wunden“ sind aufgemalt... Meine Hommage an die Feministin Saint Phalle, 50 Jahre nach ihrem Aktionismus bleibt ebenso stümperhaft wie soft...
An einem Sommertag 1971 wurde mein Lieblingsbild von mir mit meiner Mutter – bereits als Farbfoto! – im Garten meiner Tante in Hietzing geschossen. Genau 39 Jahre später, am 17. August 2010 ist meine Mutter gestorben.
Im Laufe des frühen Trauerprozesses wollte ich dieses Bild, welches ich nunmehr immer vor mir hatte, in einem ganz persönlichen Bild neu interpretieren. Es ist ein sehr persönliches Bild, weshalb ich nicht viel dazu sagen möchte, ich überlasse es dem Auge des Betrachters die Umsetzung zu interpretieren.
· Der Pathetiker sieht vielleicht einen Heiligenschein oder gar eine „Mutter Gottes mit Kind“
· Der Onomastiker sieht eine Krone, der gebürtigen Frau König und ihrem „Prinzesschen“
· Der Naturalist sieht nichts anderes als die Reflexionen der Sonne auf den Blättern der Bäume im Hintergrund, ebenso wie am Weg am linken Bildrand
· Der Kunstkritiker sieht es wahrscheinlich als stümperhaften Versuch der ansonsten eher naiv-naturalistischen Malerei eine klimteske Anmutung zu verleihen.
Das Bild entsteht im Auge des Betrachters!
Wie wohl ich schon mein ganzes Leben und immer und zu jeder Zeit gezeichnet und gemalt habe, hatte ich zuvor nie ein echtes Selbstportrait in Erwägung gezogen.
In einer Phase der Selbstfindung, die mit der Gründung meines Unternehmens zusammenfiel erschien es plötzlich als ganz selbstverständlich. Meine Agentur sollte „Ideenkönigin“ heissen und ich begründete (Anm. König ist der Mädchenname meiner Mutter), ja entschuldigte den selbstbewußten Firmennamen wann immer ich mich vorstellen mußte. Bis mir eine Kursleiterin eines Seminars eines Tages sagte, „Du mußt Dich nicht für Deinen Firmennamen rechtfertigen. Du hast tolle Ideen und du BIST eine Königin, kein Prinzesschen!“.
So beschloß ich mir ein Yantra zu malen, ein erstes Selbstportrait und ich hatte sogar schon das richtige Foto als Grundlage dazu, dieses schoß meine Schwester nur ein paar Wochen davor von mir – liegend auf einer roten Yogamatte!
Inspiriert von einem Song eines österreichischen Küstlers, „Respect The Walking Man“ alias Hannes Kelz, Autodidakt, Songwriter, Sänger und Produzent.
Musik war immer wichtig für mich und untermalt meine jeweiligen Stimmungen, hilft mir Emotionen zu verarbeiten. Da mein musikalisches Talent jedoch kaum vorhanden ist konsumiere ich Musik ausschließlich passiv. Hannes Song, den ich als eine der ersten anhören durfte, hat mich sofort mitgerissen. Ich konnte mich sowohl mit der Melodie als auch dem Text sofort identifizieren und assozierte unmittelbar ein Bild von ihm als „Educated Fool“ auf himmelblauem Grund, sehr bunt, poppig, die Farben dieser Welt um ihn kreisend ohne ihn zu erschlagen...