70x70 Acryl auf Leinwand
08/2011
Eliott und Dinos von den FeuersteinsEndlich mal ein Bild, dass „Spass“ ausdrückt....
2009 habe ich im Karikaturmuseum in Krems die Ausstellung über Carl Barks (Anm. „Erfinder“ der Ducks für Walt Disney) – gesehen. Zudem bin ich ein großer Fan von „Die Duckomenta“ – eine Künstlervereinigung, die Meilensteine der Kunst und Kultur mit Disneyfiguren neu interpretiert.
Als ich gerade einmal wieder auf deren liebevoll gestalteten Online-Galerie „surfte“ hatte ich mein eigenes „Duckomenta-Gemälde“ im Kopf: Dagobert Duck als Franz II (HRR) = Franz I von Österreich. Die selbstgerechte Haltung, der Reichtum, die „Habsburgerlippe“.... passt doch perfekt! Duck rules!
Der Song „I´ve never been to me“ (Charlene, 1976) ist nicht nur einer meiner Lieblingslieder sondern mit zunehmenden Alter kann ich mich mit dem Text immer mehr identifizieren.
Ich habe schon viel gesehen, war an einigen der schönsten Orte der Welt und hab Dinge erlebt, die wahrscheinlich nicht Vielen wiederfahren – Schönes und weniger Schönes...
Das Bild zeigt mich heute, umrandet von tropischen Blumen und Tieren, wie ich sie schon in der Natur selbst gesehen habe. Eine bittersüße Erinnerung. Reich geschmückt, die Leere erfüllend....
Als Teil meiner Trauerarbeit widme ich mich ein wenig der Ahnenforschung und sortierte die alten Fotos der Familie meiner Mutter. Dabei habe ich zu meiner Urgoßmutter Helene, nach der ich im dritten Namen benannt bin, eine besondere Beziehung entwickelt.
Ein Bild ist mir ins Auge gestochen, in der Mode des Fin de Siècle, mit großem Hut. Leider wissen wir nicht sicher, wer die Dame daneben ist. Sie hat aber auch keine Bedeutung für mich, daher habe ich ihr auch kein Gesicht gegeben.
Helene hingegen habe ich mir damit erstmals „in Farbe ausgemalt“. So wie ich sie mir vorstelle...
Der Zufall brachte mich mit Kammerschauspielerinn Maresa Hörbiger zusammen. Ich arbeite seit einiger Zeit mit und für Sie und durfte sie dabei auch recht gut kennen lernen. Nicht die berühmte „Burgschauspielerin“ und auch nicht „die Tochter von...“. Nein, Maresa Hörbiger, die Geschäftsfrau und Initiatorin, voller Energie und Ideen. Sie hat nach ihrer Karriere am Burgtheater noch einmal durchgestartet und sich mutig an völlig neue Projekte gewagt. Das Haus ihrer Eltern geöffnet und jungen Künstlern eine Plattform gegeben.
Damit hat sie neben ihrer Schauspielkarriere – in der sie sich zwangsweise immer wieder an ihren Eltern und ihren Schwestern messen lassen mußte – einen ganz eigenen Weg eingeschlagen und der Erfolg gibt ihr nicht nur Recht sondern macht ihre Karriere damit einzigartig. Für mich ist Maresa Hörbiger ein echtes Vorbild. Sie war mir in der Zeit um den Tod meiner Mutter aber auch eine wichtige Stütze und Freundin. Zudem hat sie mir schon mehrmals gezeigt, dass sie meine Arbeit schätzt und an mich glaubt, und mir so manches Projekt anvertraut, dass ich mir selbst nicht zugetraut hätte. Sie ist für mich auch soetwas wie eine Mentorin.
An einem Tag, als sie mich wieder ganz besonders beeindruckte, motivierte und inspierierte, hatte ich dieses Bild im Kopf, das ich später auch realisierte.
Im Zuge meiner Unternehmensgründung habe ich meine „Kollegin“ Sarah May Feliciano kennen gelernt.
Obwohl sie 11 Jahre jünger ist – oder vielleicht gerade deshalb – ist sie mir seitdem nicht nur eine gute Freundin sondern vor Allem immer wieder Motivation und Ansporn, mein „GründerInnen-Buddy“.
Irgendwann hatte ich Sie – die Modeunternehmerin und Eigentümerin des Labels „Panthera Fashion“ so im Kopf: in einer Abwandlung des Filmplakats zu „Cat People“.
Doch noch eine Knarre...
„Müllers Büro“ war einer der ersten „richtigen“ Filme, die ich im Kino gesehen habe und immer noch einer meiner Lieblingsfilme.
Ausserdem hat meine Cousine darin eine kleine Rolle gehabt und ist auch auf einem der berühmtesten „Shots“ aus dem Film verewigt.
Im Rahmen meiner „Shoot“-Serie war es daher nur all zu logisch diese Ikone zu interpretieren und damit eine neue Technik – im Stile der Plakatmaler – zu probieren.
„Es ist nicht alles Gold was glänzt“ heißt ein altes Sprichwort.
Umgelegt auf dieses Bild: alles was glänzt und glitzert ist nicht echt, ist vergänglich...Nun war es meine Absicht, dieses fast ausserirdisch schöne Foto von mir – aus besseren Zeiten (Jünger, schlanker, verliebt, von der Sonne verwöhnt...) im Inselparadies, in Farbe im Großformat umzusetzen.
Als „ich“ fertig war, war ich zwar mit der technischen Umsetzung zufrieden aber es fehlte mir etwas und ich wußte nicht so recht weiter... und auch meine Seele schweig. Und doch sandte mir „das Universum“ ein Zeichen – über Facebook! Gerade als ich so dasaß und über die weitere Gestaltung des Bildes sinnierte, chattete mich der Exfreund mich an. Er hatte das bearbeitete S/W Foto in meinem Album entdeckt und kommentierte dieses mit „war ich da nicht auch drauf?“
Wir chatteten dann die halbe Nacht über Gott und die Welt und ich freute mich über seinen „Anruf“. Als ich „auflegte“ wußte ich was auf dem Bild „fehlt“ und malte es noch in der selben Nacht fertig.
Es fehlt nicht er, nicht er selbst – das ist vorbei und er war es auch nicht – aber naturlich fehlt ER – die Idee von der großen Liebe, ein Mann, ein Partner, ein Freund an meiner Seite. Im Paradies gab es ihn...Last Shot. Versöhnung. Der Gesichtsausdruck ist entschlossen, hart, fokussiert. Die Waffe ein Colt, der sich dann doch nur als „Bubblegun“ herausstellt.
Seifenblasen sind schön, perfekt rund, schillern in den Farben der Regenbogen. Seifenblasen sind grausam, sie zerplatzen wie unerfüllte Wünsche, Träume...
Ich habe schon als Kind gerne mit Seifenblasen gespielt, Bubbleguns habe ich erst kürzlich entdeckt und meine eigene Sehnsucht damit befriedigt, ein solches meinem Neffen zu schenken (freilich in der pazifistischen Form einer Mickey Mouse!). Unser Spiel nütze ich gleichzeitig zum Studium der Seifenblasen und ihrer Erscheinungsform. Das breite Angebot an Spezialgels und Lacken kamen mir bei der Umsetzung sehr entgegen.Ich bin nicht allein. Auch andere hatten schon Krisen, Enttäuschungen, Kränkungen, Verletzungen und Zurückweisungen zu verarbeiten. Künstler haben dazu einen ganz besonderen (pazifistischen) kreativen Kanal.
Niki de Saint Phalle schoß (scharf) auf Leinwände mit eingearbeiteten Farbbeuteln und schuf damit ein Gemälde. Ihre Arbeit ist gut dokumentiert und ihre „Erklärung“ selbst ein Kunstwerk, welches ich nur all zu gern zitiere. Freilich nicht ohne der einen oder anderen Ergänzung, Modernisierung und Personalisiereung und mit einem Augenzwinkern.
Mein „Mann“ wurde nicht beschossen, die „Wunden“ sind aufgemalt... Meine Hommage an die Feministin Saint Phalle, 50 Jahre nach ihrem Aktionismus bleibt ebenso stümperhaft wie soft...